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Was sind Würfel?

Würfel sind mehr als deren mathematisches äquivalent, "Hexaeder", ein Körper mit sechs Flächen, wobei jede Fläche zu den angrenzenden jeweils rechte Winkel bildet.

Es gibt sie - so man bei ihnen noch den Begriff Würfel verwenden will - in vielen verschiedenen Varianten: Rollenspieler kennen sicherlich den "üblichen" Set: Vierseiter (Tetraeder, Dreieckspyramide), Sechsseiter (Hexaeder, Würfel), Achtseiter (Octaeder, wie zwei Viereckspyramiden an der Basis zusammengeklebt), Zehnseiter (Decaeder, kein platonischer Körper; sieht aus wie zwei an der Basis zusammengeklebte fünfeckige Zelte), Zwölfseiter (Dodekaeder, auch Pentagondodekaeder, lauter Fünfecke zu einem Körper zusammengeklebt) und den Zwanzigseiter (Ikosaeder; zusammengesetzt aus Dreiecken).

Neben diesen mehr oder minder normalen Würfeln gibt es noch diverse Exoten: siebenseitige Würfel (eine fünfeckige Stange, deren Seitenflächen die 6 und die 7 sind), Würfel mit 16, 24, 30 oder 34 Seiten, und sogar 100-Seiter, die mehr an einen Golfball erinnern.


3-seitige Würfel 5-seitige, sicher nicht mathematisch korrekt ein Würfel-Flummi
     
Der siebenseitige Würfel ist wohl mehr ein Gag denn als korrekter Würfel zu gebrauchen. Eher selten: 16- und 24-Seiter. Erstere wahrscheinlich aus einem Tabletop Rollenspiel, letztere neu seit Mitte 2004. 30-Seiter sind zusammen mit einem Zwölfseiter ideal, um Geburtstage auszuwürfeln.
Dieser 34-Seiter von Chessex scheint eher eine Spielerei denn wirklich mit Sinn und Zweck. Der hundertseitige Würfel braucht einerseits einen glatten Tisch, damit er rollen kann, andererseits rollt er eben dann ziemlich lange. Kleine Kugeln im inneren bremsen ihn jedoch, so daß man auch Tische ohne Rand benutzen kann.
In der Regel benutzen Spieler aber nicht dieses Monstrum sondern zwei Zehnseiter als "W%" (Prozent-Würfel)
"Wurfle", gnubbelige, hüpfende Würfel von Take2-Design Würfel vom allerfeinsten, aus Zirkonit, einem Diamant-ähnlichen Stein. Diese und andere Edel-Würfel kommen von Crystal Caste. Prozent-Würfel - W%

Ich sammle seit ca. 1992 Würfel, inspiriert (oder sollte ich eher "angesteckt" sagen?) durch einen Freund, der wohl an die 100 Würfel in einer kleinen Kiste hatte.

Anfänglich kaufte ich nur schicke Würfel, im Rahmen meiner studentischen Finanzen, später dann alles, was nicht bei drei unterm Ladentisch verschwand. Seit Jahren fahre ich regelmäßig zur Spielemesse in Essen, um dort jeden Herbst Neuheiten zu erwerben, solange das Ersparte reicht.

Ab einer gewissen Menge an Würfeln ist ein sinnvoller Einsatz aller Würfel allerdings seltsam, wenn nicht unmöglich (wer mag schon immer den ganzen Rucksack voller Würfel mit sich rumschleppen). Klar, man könnte immer wieder andere Würfel benutzen, aber ein richtiger (Rollen-)Spieler schwört auf seine Würfel, er glaubt an sie. Sobald man also diesen Status erreicht hat, könnte man sich als Sammler bezeichnen, spätestens bei einigen Hundert Würfeln kann man sich ziemlich sicher sein, und bei vierstelligen Mengen paßt eher die Bezeichnung "Würfel-Feteschist", wobei einige Freunde von mir das mit "Würfel-Verrückt" umschreiben.

Ich habe momentan insgesamt 5714 verschiedene Würfel (Stand 31.08.08; 5 W3, 45 W4, 7 W5, 1846 W6, 3 W7, 62 W8, 230 W10, 70 W12, 15 W16, 178 W20, 67 W30, 6 W34, 15 W100, 591 Wcas, 2574 Wset), dazu kommen 368 DragonDice, Sammelwürfel ähnlich wie "Magic The Gathering" bei den Karten, nur daß es bei weitem nicht so viele gibt. Leider werden DragonDice nicht mehr hergestellt, so daß es langsam schwierig wird, die Lücken in der Sammlung zu füllen. Dazu kommen wohl rund 200 Würfel anderer Sammelserien.

Um die Menge an Würfeln überblicken zu können, habe ich eine Datenbank angelegt, in der die Würfel beschrieben sind. Nur so schaffe ich es, z.B. auf der Messe nicht allzuviele Doppelte zu kaufen.

Wer meint, "so viele verschiedene gibt's doch gar nicht", der irrt: in meiner Bilder-Galerie bekommt man eine kleine Auswahl zu sehen, und wer mag oder mir die Anzahl nicht glaubt, darf mal in der Datenbank suchen.

Bei so vielen Würfeln, wie ich sie habe, fallen auch doppelte an. Wer eine eigene Sammlung beginnen oder seine erweitern möchte: diese kann man bei mir kaufen.

Ich wurde sogar schon einmal im Fernsehen interviewt. Das Interview kann man sehen als WMV oder DivX AVI.

Die meisten Würfel sind aus Kunststoff, neben den Klassikern aus Holz. Früher gab es auch Würfel aus Glas (heute eher selten), und einige schwören auf Acryl statt einfachem Granulat-Kunststoff. Je nach Geldbeutel (bzw. Inhalt desselben) kann man auch Würfel aus echtem Bernstein, Marmor, Bergkristall, Rosenquarz oder anderen Halbedelsteinen bekommen, ebenso welche aus Messing, Silber und auch Gold.

Die Kunststoffwürfel gibt es in -zig Farben und Kombinationen: opak und einfarbig, bunt gesprenkelt, transparent, mit silbernem Glitter, mit Perlmuttglanz und andere Variationen. Ein paar schöne sind in der Bilder-Galerie zu finden (Vorsicht, ca. 1,5 MB Bilder).

Welche Würfel zum Einsatz kommen, hängt ganz vom Spiel ab. Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und andere Klassiker kommen in der Regel mit einem oder einigen wenigen Sechsseitern aus. Neuere Gesellschaftsspiele haben teilweise schon zwölf- oder zwanzigseitige Würfel, doch den meisten Bedarf an ungewöhnlichen Würfeln haben Rollenspieler. Viele Spielsysteme nutzen einen oder mehrere "W20" (20-seitige Würfel, auch "D20" von englisch "dice"), "W10" oder "W%" (ein W10 mit 0-9 und ein W10 mit 00-90, so daß man Prozentwerte von 00 bis 99 erhält), wieder andere ganze Horden von W6.

Es gibt durchaus Leute, die auch Würfel in diesen Mengen sammeln, so z.B.

Ein paar Würfelhersteller und Shops:

Ein paar Kontakte und interessante Links findet man sicher auch im SammlerNet.

© 2005 Henning Peters